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  • AutorenbildSilvia Peter

Das oft missverstandene Konzept der Selbstorganisation

«Unsere Firma ist selbstorganisiert, aber immer, wenn viel läuft, klappt es nicht mehr so ganz damit.» ist eine Aussage, die schon einige Male an mich herangetragen wurde. Gibt es eventuell ein Missverständnis darüber, was Selbstorganisation ist? Ein Aufklärungsversuch.



Was ist Selbstorganisation?

Wenn man den Begriff googelt, bekommt man eine Vielzahl unterschiedlicher Aussagen. Bei mir erscheint als erstes Ergebnis folgender Auszug aus dem Wörterbuch von Oxford Languages: «Spontane Entstehung, Bildung aus sich selbst heraus, ohne von aussen wirkende Faktoren.» Kein Wunder kommen da Missverständnisse auf. Grundsätzlich heisst Selbstorganisation nichts anderes als: Wie organisiere ich mich und meine Arbeit. Allerdings – und das wird meist vergessen – was heisst das für andere? Dieses Innehalten kommt in einer Selbstorganisation nicht von der Führung, sondern von jedem und jeder einzelnen. Selbstorganisation hat – gerade deshalb – sehr viel mit Leadership zu tun.


Jedes Unternehmen ist ein System

Jede Firma – sogar ein Einzelunternehmen – besteht aus der Konstellation von verschiedenen Elementen. Jedes Element hat gewisse Eigenheiten und Verhaltensweisen. Und diese beeinflussen nicht nur das jeweilige Element, sondern das gesamte System, in dem es sich befindet: ob man nun will oder nicht. Je grösser das System, desto mehr Verbindungen zwischen den einzelnen Elementen. Grössere Teams haben genau deshalb oft Probleme mit effektiver Kommunikation. Der Grund: Die Kommunikationswege erhöhen sich überproportional mit der Anzahl Personen (siehe Abbildung).


Abb.: Verbindungen in unterschiedlichen Teamgrössen. Quelle: artofteamwork.com

Weg mit der Hierarchie

Häufig höre ich in Gesprächen zur Selbstorganisation, dass jetzt ja sowieso Schluss sei mit den Hierarchien. In der Selbstorganisation seien ja alle für sich selbst verantwortlich. Dem muss ich absolut widersprechen. Selbstorganisation ist nicht gleich Selbstverantwortung. Selbstorganisation heisst auch nicht, dass es keine Hierarchie mehr gibt. Systeme ohne Hierarchie funktionieren nicht. Denn Hierarchie ist nicht per se negativ. Sie gibt Struktur und Orientierung. Wichtig ist darauf zu achten, was für eine Form die Hierarchie hat. Und welche Rolle die Selbst- oder Eigenverantwortung dabei spielt. Das ist individuell zu erarbeiten und zu definieren.


Fazit

In der Selbstorganisation geht es nicht darum, dass alle nur noch für sich alleine agieren. Die Unternehmung als System ist zentral von allen Handlungen betroffen und muss zwingend immer bedacht werden: Mein Tun hat direkten Einfluss auf andere. Und entsprechend gilt es auch sich zu verhalten. Der grosse Haltungsunterschied zur «Command and control-Organisation» ist weg von: «Mir wird gesagt was ich zu tun habe.», hinzu: «Ich kann um Rat fragen, wenn ich nicht weiter weiss geht.»



Würdet ihr Eurer Organisation auch gerne einen Extra-Portion Selbstorganisation verpassen, wisst aber noch nicht genau wo ansetzen?




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