• Silvia Peter

Die Kraft der Wörter – Teil 3: FeedFORWARD

Der heutige Begriff tanzt ein bisschen aus der Reihe. Heute geht es nicht um einen Begriff mit tieferem Sinn. Sondern um den Ansatz, den Begriff FeedBACK mal etwas anders zu interpretieren.



Feedback

Rückmeldung ist unglaublich wertvoll um Entwicklung zu fördern oder um Lernprozesse zu ermöglichen. Das Wort «Feedback» ist allerdings häufig negativ besetzt. Wenn der Begriff nur schon fällt erwartet man als Empfänger in der Regel negative Kritik. Klar, man kann das Wort quasi hübsch verpacken in dem man es als «konstruktives Feedback» bezeichnet. Fakt bleibt aber, dass es primär um den Blick zurück geht und man anhand konkreter Ereignisse in der Vergangenheit nach Schwachstellen oder weniger optimalen Punkten rekapituliert.


FeedForward

Marshall Goldsmith hat den Begriff «FeedForward» in Form einer Methode ins Leben gerufen. Seine Erkenntnisse sind aufgrund Arbeit mit zehntausenden von Führungskräften entstanden. Es geht darum, dass Veränderungsmöglichkeiten nicht aufgrund der Analyse von Ereignissen in der Vergangenheit besprochen werden. Stattdessen konzentriert sich das Gespräch auf Ansätze um die Leistung in der Zukunft positiv zu beeinflussen. Dabei sind die Aussagen nach Möglichkeit auf konkrete Ziele ausgerichtet. Formulierung und Haltung – sowohl von Sendende wie Empfangende – sind lösungsorientiert und auf veränderbare Kontexte gerichtet. Es geht darum, Potenziale entfalten zu können. Inhaltlich geht es um die gleichen Punkte, welche man auch in einem Feedback abdecken würde, man schafft das aber auf diese Art ohne jemandem zu nahe zu treten oder die Empfangenden zu demütigen.


FeedForward kann man üben

Die Einführung von FeedForward hat mit einer Transformation der Denk- und Handlungsmuster zu tun. Es macht Sinn, diese Technik zu Beginn spielerisch einzuführen. Dabei wechseln sich FeedForward-Gebende und -Empfangende ab. Im Gegensatz zu den meist negativen Erfahrungen bei Feedback wird das Erlebnis so meist als «wertvoll», «hilfreich» oder motivierend» beschrieben. Einer der Gründe ist sicherlich, dass die Zukunft unendliche Möglichkeiten offenhält, während wir die Vergangenheit schlicht nicht mehr ändern können. Nicht zuletzt deswegen, wird FeedForward niemals so persönlich genommen und führt ganz nebenbei zu massiv höherer Akzeptanz. Ist die Methode einmal eingeführt, entsteht gerne eine Eigendynamik. FeedForward schleicht sich so zum Beispiel mit Augenzwinkern in Kaffee-Pausen-Gespräche ein und wird zur Selbstverständlichkeit.


Fazit: Retrospektiven Ja, aber Forward bitte

Ich will mit diesem Artikel nicht sagen, dass man kein Feedback mehr geben sollte. Natürlich macht es in gewissen Situationen Sinn, den Blick zurückwerfen. So bin ich beispielsweise grosser Fan von Retrospektiven zu konkreten Themen. Wichtig ist aber, dass diese Erkenntnisse hauptsächlich dafür genutzt werden, um um etwas für die Zukunft zu lernen. Es geht also darum, sie in lösungsorientierte, zukunftsfokussierte Ansätze umzuwandeln. Nur so wirken sie aktivierend und werden von den Mitarbeitenden als echte Konstruktivität angenommen.



Klingt das spannend? Gerne erzähle ich Ihnen mehr aus meinen Praxiserfahrungen zum Thema bei einem persönlichen Gespräch:


Quelle:
Goldsmith, Marshall (2015): Try FeedForward Instead of Feedback.
URL: https://www.marshallgold- smith.com/articles/try-feedforward-instead-feedback [21.04.2022].